Fragen und Antworten

Projektinhalte / Projektbegründung

  • Wozu braucht es den Bypass Bern Ost?

    Die heutige Autobahn verläuft mitten durch das Siedlungsgebiet der Stadt Bern und der Gemeinde Muri. Zu den Hauptverkehrszeiten kommt es häufig zu Staus und damit verbunden zu Unfällen sowie zu Ausweichverkehr, der die angrenzenden Quartiere belastet. Das Projekt sieht vor, den Autobahnverkehr zwischen Bern Mingerstrasse und dem Anschluss Muri in einen Umfahrungstunnel zu verlegen. Damit kann die Autobahninfrastruktur sowohl sicherer als auch siedlungsverträglicher ausgestaltet werden.

  • Was bringt das Projekt der Stadt Bern sowie den Gemeinden Muri und Ostermundigen?

    Das Projekt Bypass Bern Ost stellt für den Raum Bern Ost / Muri eine grosse Chance dar. Das freiwerdende Autobahntrassee wird für das Nationalstrassennetz nicht mehr benötigt und erhält eine neue verkehrliche, sozialräumliche und städtebauliche Funktion, die noch zu definieren ist. Das Projekt Bypass Bern Ost ermöglicht, die heutigen Raumstrukturen tiefgreifend zu verändern und städtebaulich zu transformieren. Damit kann die Lebensqualität im Raum Bern Ost / Muri für die Bevölkerung massgeblich gesteigert werden.

  • Wie profitiert die Region vom Bypass Bern Ost?

    Der Bypass Bern Ost wird den Verkehr auf der Autobahn besser bündeln und damit das untergeordnete Strassennetz entlasten. Zudem erhalten auch der strassengebundene Öffentliche Verkehr und der Langsamverkehr mehr Raum zur Entwicklung, da durch die Verlagerung der Autobahn zusätzlicher Platz für eine siedlungsverträgliche Mobilität entsteht. Davon profitieren sämtliche Gemeinden im Einzugsgebiet.

  • Wer finanziert das Projekt?

    Projekte wie der Bypass Bern Ost werden über den Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF) finanziert.

  • Warum ist die vorliegende Lösung die beste Lösung?

    Im Rahmen einer Vertiefungsstudie wurden über 50 mögliche Lösungsansätze diskutiert, beurteilt und stufenweise reduziert. Die verbliebenen vier Varianten wurden anschliessend bezüglich verkehrlicher Wirkung sowie aus volkswirtschaftlicher, stadtplanerischer und umweltrechtlicher Gesamtsicht bewertet und dem Referenzzustand gegenübergestellt. Das Bundesamt für Strassen ASTRA ist jedoch nicht bei der daraus resultierenden Bestvariante von 2013 stehen geblieben. Zusammen mit Kanton, Region, Stadt und Gemeinden Muri und Ostermundigen wurde die Bestvariante laufend weiterentwickelt, insbesondere vor dem Hintergrund, die Autobahn siedlungsverträglicher zu gestalten.

  • Wie sieht der aktuelle Stand des Projekts aus?

    Die aktuelle Grundvariante (GP 2022) sieht durchgehend zwei Tunnelröhren mit je zwei Fahrspuren sowie einem Pannenstreifen vom Anschluss Muri bis Bern Expo vor. Der Pannenstreifen kann bei hoher Verkehrsbelastung als dritte Fahrspur umgenutzt werden.

Verkehrliche Grundlagen

  • Warum überhaupt noch ein Ausbau der Verkehrsinfrastruktur?

    Die Bevölkerung wird in der Schweiz bis im Jahr 2040 auf ca. 10 Millionen Personen ansteigen. Dies stellt hohe Anforderungen an die künftige Infrastruktur, auch und insbesondere an die Verkehrsinfrastruktur. Die Mobilität wird sich weiter im Sinne der ökologischen Nachhaltigkeit wandeln, zunehmen und dadurch mehr Kapazität verlangen wird sie dennoch. Den grössten Zuwachs wird neben dem Langsamverkehr vor allem der öffentliche Verkehr verzeichnen und auffangen müssen. Der motorisierte Individualverkehr wird ebenfalls weiter zunehmen, wenn auch in abgeschwächter Form. Dabei vermischen sich die Grenzen zwischen Individual- und öffentlichem Verkehr weiter. Die heutige Infrastruktur könnte die prognostizierten Mobilitätsbedürfnisse der Zukunft nicht mehr tragen.

  • Welche verkehrlichen Grundlagen werden für die Projektierung verwendet?

    Es wurden die aktuellste Modelle und Prognosen miteinbezogen. Unter anderem das so genannte GVM Bern Gesamtverkehrsmodell Bern.

    Weitere Grundlagen bilden die Potentialstudie der Siedlungsentwicklung Bern Ost sowie die verkehrlichen Ansprüche der Projektpartner und die Klimaziele der Stadt Bern.

  • Welchen Einfluss haben autonome/automatisierte Fahrzeuge?

    Es ist davon auszugehen, dass bis zur Inbetriebnahme des Bypasses Bern Ost ein grosser Teil der Fahrzeuge automatisiert fahren wird. Zum einen bieten diese Fahrzeuge das Potential, dass aufgrund kleinerer Abstände für die gleiche Anzahl Fahrzeuge weniger Verkehrsfläche benötigt wird. Zum einen ist dies allerdings Theorie, zum anderen könnten automatisierte Fahrzeuge auch dazu führen, dass mehr Personen sie nutzen (Leute ohne Fahrausweis) und somit wieder mehr Verkehrsfläche benötigt wird. Sofern Fahrzeuge autonom verkehren können, ohne dass ein Fahrer benötigt wird, wird dies zu einer Vermischung von öffentlichem und Individualverkehr führen.

Projekte im Umfeld

  • Was ist der Zusammenhang zum Projekt «Umgestaltung Anschluss Wankdorf»?

    Die beiden Projekte sind eng miteinander verknüpft. Der Anschluss Wankdorf muss vorgängig umgestaltet werden, damit der Bypass Bern Ost seine Wirkung entfalten kann. Der Bypass verlagert Verkehr vom untergeordneten Netz auf die Autobahn und entlastet so den Siedlungsraum im Osten von Bern.

    Aufgrund dieser Umlagerung vom untergeordneten Netz auf die Autobahn durch den Bypass Bern Ost wird der Anschluss Wankdorf um 10 bis 20 Prozent höher belastet. Da dieser Anschluss bereits heute nahe an seiner Kapazitätsgrenze betrieben wird, dürfte die zusätzliche Belastung ohne entsprechende infrastrukturelle Massnahmen zu erheblichen Engpässen führen.

Einbezug Quartiere / Bevölkerung

  • Sind die vom Projekt Bypass Bern Ost betroffenen Gemeinden und Quartiere in das Projekt integriert?

    Die Gemeinden sind durch die gemeinsame Projektorganisation in die Planung und Projektierung mit einbezogen. Die Quartierorganisationen sowie die Bevölkerung können im Rahmen der Partizipation insbesondere an Forumskonferenzen, Informationsveranstaltungen und Blicke in die Werkstatt an der Entwicklung des Projekts mitwirken.

  • Worum handelt es sich bei den Forumskonferenzen?

    Die Forumskonferenzen sind ein wichtiger Bestandteil der Partizipation. Über 30 Quartierorganisationen, Ortsparteien, Verbände, Interessengruppierungen und weitere Institutionen sind an den Forumskonferenzen beteiligt. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie der Raum Bern Ost / Muri nachhaltig entwickelt werden soll, nachdem die Autobahn in den Tunnel verlegt wurde.

  • Sind die Forumskonferenzen öffentliche Anlässe für alle interessierten Personen?

    Nein. Die jeweiligen Organisationen haben Vertreterinnen und Vertreter bestimmt, die an den Forumskonferenzen teilnehmen. Nach der Forumskonferenz III haben wir jedoch für die breite Öffentlichkeit mehrere Blicke in die Werkstatt veranstaltet und die Besuchenden eingeladen, uns ihre Eindrücke und Meinungen mitzuteilen.