Fragen und Antworten

Projektinhalte / Projektbegründung

  • Wozu braucht es den Bypass Bern Ost?

    Die heutige A6 im Osten Berns wurde in den Fünfziger- und Sechzigerjahren in engen Platzverhältnissen mitten durch Wohnquartiere geplant. In den Siebzigerjahren wurde sie in Betrieb genommen. Die Streckenführung ist heute ein Nachteil: Der Verkehr kann nicht mehr zufriedenstellend und verträglich abgewickelt werden. Die ständige Überlastung führt zu einer Rückverlagerung des Verkehrs auf die Haupt- und Quartierstrassen. Zudem trennt die Autobahn Quartiere und Lebensräume. Der Bypass Bern Ost soll diese Situation ändern, indem die A6 über weite Strecken in einen Tunnel verlegt und der nicht mehr benötigte Streckenabschnitt der A6 zu einer Stadtstrasse umfunktioniert wird.

  • Wer finanziert das Projekt?

    Die Kosten des Verkehrsprojektes werden im Rahmen des STEP (Strategisches Entwicklungsprogramm) durch den Bund getragen.

  • Wie profitiert die Region Bern vom Bypass Bern Ost?

    Der Bypass Bern Ost wird den Verkehr besser und verträglicher bündeln können und Parallelachsen entlasten. Davon profitieren sämtliche Gemeinden im Einzugsgebiet. Auch der strassengebundene öV und der Langsamverkehr werden mehr Raum zur Entwicklung erhalten.

  • Was bringt das Projekt dem betroffenen Stadtteil und den Gemeinden Muri und Ostermundigen?

    Durch die weitgehende Verlagerung der A6 in einen Tunnel wird die Belastung für die Quartiere und für die parallelen Verkehrsachsen sinken. Dies steigert die Lebensqualität und ermöglicht insbesondere im Ostring die langersehnte Stadtreparatur. Jahrzehntelang künstlich getrennte Quartiere können wieder zusammenwachsen.

  • Warum ist die vorliegende Lösung die beste Lösung?

    Im Rahmen einer Vertiefungsstudie wurden verschiedene Varianten untersucht. Beispielsweise der Ausbau der A6 auf dem heutigen Trassee. Es zeigte sich jedoch, dass diese Variante weder den Verkehr bewältigen noch eine Stadtreparatur ermöglichen könnte. Dank der Verlegung der A6 in einen Tunnel ist zwischen der Schosshalde und Muri kann der Verkehr wirksam gebündelt und die Stadt entlastet werden. Über die geplante Stadtstrasse auf dem Trassee der bisherigen A6 ist eine funktionsfähige und verträgliche Anbindung der künftigen Autobahn an das untergeordnete Strassennetz möglich.

  • Was bedeutet «Stadtstrasse»? Wie wird sie ausgestaltet?

    Stadtstrasse heisst, dass die Strasse auf dem Trassee der bisherigen A6 nach deren Fertigstellung an die Stadt abgetreten wird. Die Ausgestaltung des Streckenabschnitts ist Gegenstand der aktuellen Projektierung.

Verkehrliche Grundlagen

  • Warum überhaupt noch ein Ausbau der Verkehrsinfrastruktur?

    Die Bevölkerung wird in der Schweiz bis im Jahr 2040 auf ca. 10 Millionen Personen ansteigen. Dies stellt hohe Anforderungen an die künftige Infrastruktur, auch und insbesondere an die Verkehrsinfrastruktur. Die Mobilität wird sich weiter im Sinne der ökologischen Nachhaltigkeit wandeln, zunehmen und dadurch mehr Kapazität verlangen wird sie dennoch. Den grössten Zuwachs wird neben dem Langsamverkehr vor allem der öffentliche Verkehr verzeichnen und auffangen müssen. Der motorisierte Individualverkehr wird ebenfalls weiter zunehmen, wenn auch in abgeschwächter Form. Dabei vermischen sich die Grenzen zwischen Individual- und öffentlichem Verkehr weiter. Die heutige Infrastruktur könnte die prognostizierten Mobilitätsbedürfnisse der Zukunft nicht mehr tragen.

  • Welche verkehrlichen Grundlagen werden für die Projektierung verwendet?

    Es wurden die aktuellste Modelle und Prognosen miteinbezogen. Unter anderem das so genannte GVM Bern Gesamtverkehrsmodell Bern.

    Weitere Grundlagen bilden die Potentialstudie der Siedlungsentwicklung Bern Ost sowie die verkehrlichen Ansprüche der Projektpartner und die Klimaziele der Stadt Bern.

  • Welchen Einfluss haben autonome/automatisierte Fahrzeuge?

    Es ist davon auszugehen, dass bis zur Inbetriebnahme des Bypasses Bern Ost ein grosser Teil der Fahrzeuge automatisiert fahren wird. Zum einen bieten diese Fahrzeuge das Potential, dass aufgrund kleinerer Abstände für die gleiche Anzahl Fahrzeuge weniger Verkehrsfläche benötigt wird. Zum einen ist dies allerdings Theorie, zum anderen könnten automatisierte Fahrzeuge auch dazu führen, dass mehr Personen sie nutzen (Leute ohne Fahrausweis) und somit wieder mehr Verkehrsfläche benötigt wird. Sofern Fahrzeuge autonom verkehren können, ohne dass ein Fahrer benötigt wird, wird dies zu einer Vermischung von öffentlichem und Individualverkehr führen.

Andere Lösungen

  • Warum nicht ein Tunnel schon vom Anschluss Wankdorf her?

    Zum einen geht es im Projekt darum, die Autobahn soweit möglich unterirdisch zu verlegen. Zum anderen muss aber auch die Anbindung an das untergeordnete Strassennetz sichergestellt werden. Dies ist unter anderem mittels einer Ein- und Ausfahrt im Bereich Schosshalde geplant. Dieser Anschluss kann nicht im Bereich Wankdorf entstehen. Weiter verläuft die A6 zwischen dem Wankdorf und der Schosshalde schon heute in einem Einschnitt. Es wird eine Variante mit einer Überdeckung geprüft, was letztlich einem Tunnel gleichkäme.

  • Warum nicht eine «T»-Lösung mit Tunnel zum Freudenbergerplatz?

    Diese Lösung mit einer Verzweigung östlich des Freudenbergerplatzes und einem kurzen Tunnel zum Freudenbergerplatz wurde untersucht. Dies würde ein grosses Verzweigungsbauwerk bedingen. Unterirdische Verzweigungsbauwerke sind aufgrund der geltenden Sicherheitsnormen nicht möglich. Daher müsste dieses Verzweigungsbauwerk offen im Bereich Melchenbühl entstehen. Der Eingriff wäre immens.

Projekte im Umfeld

  • Welche Planungen / Projekte finden im Umfeld statt, wie sind diese auf die Projektierung des Bypasses Bern Ost abgestimmt?

    Ein wichtiges Projekt im Umfeld ist die «Umgestaltung Anschluss Wankdorf» (Zusammenhang siehe nächste Frage). Ein Projekt, das als Übergangslösung gilt, ist die Pannenstreifen-Umnutzung Wankdorf-Muri (Link). Koordiniert wird der Bypass Bern Ost auch mit Planungen der Stadt Bern, insbesondere Stadterweiterung und Chantierplanung Bern Ost.

  • Was ist der Zusammenhang zum Projekt «Umgestaltung Anschluss Wankdorf»?

    Die beiden Projekte sind eng miteinander verknüpft. Der Anschluss Wankdorf muss vorgängig umgestaltet werden, damit der Bypass Bern Ost gebaut werden kann. Zum einen muss die Autobahn schon vom Wankdorf her auf das künftige, tiefer liegende Niveau abgesenkt werden, zum anderen geht es darum, dass Verkehrsachsen vom Bypasstunnel und vom geplanten Halbanschluss Schosshalde her im Wankdorf ans restliche Netz angebunden werden können.

  • Ist das Projekt kompatibel mit dem Prinzip der Mobilitäts-Hubs?

    Ja, das Potential der Mobilitäts-Hubs wurde im Rahmen des Projektes studiert und es wird so geplant, dass es mit einem allfälligen Bau von Mobilitäts-Hubs kompatibel ist.

Einbezug Quartiere / Bevölkerung

  • Sind die von den Bauarbeiten betroffenen Quartiere und Gemeinden in das Projekt integriert?

    Die Gemeinden sind im Rahmen einer gemeinsamen Projektorganisation in die Planung und Projektierung mit einbezogen. Die Quartierorganisationen entlang der bisherigen A6 sind im Rahmen der Partizipation ins Projekt integriert.

  • Worum handelt es sich bei den Forumskonferenzen?

    Die Forumskonferenzen sind ein wichtiger Bestandteil der Partizipation. Über 30 Quartierorganisationen, Parteien und weitere Institutionen sind an den Forumskonferenzen beteiligt. Dabei geht es vor allem um die Ausgestaltung der künftigen Stadtstrasse auf dem Trassee der ehemaligen A6.

  • Sind dies öffentliche Anlässe für alle interessierten Personen?

    Die jeweiligen Organisationen haben Vertreterinnen und Vertreter bestimmt, die an der Forumskonferenz teilnehmen.